Zur Geschichte des Weinbergs

Eine Geschichte zur Lage Steinrücken oder Minckwitz´scher Weinberg

Wir haben für Sie die lange und interessante Geschichte des Minckwitz´schen Weinberges in Radebeul aus entsprechenden Quellen zusammengestellt.

Minckwitzscher WeinbergDie erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1407. Laut Stadtbuch Dresden erhält Hans Müntzmeister bei einer Erbteilung die Weinberge “der Kempnitz” und das “neue Gegilde”. (Der Kempnitz ist der am Kemnitzgässchen gelegene Bergteil.)

1412 wird dem Rat zu Dresden der Besitz der Weinberge “Altenberg” und “Tasche” (unter dem Altenberg gelegen) bestätigt.

1430 wird der “Altenberg” zu je 1/3 an Nicola, Hans und Lorenz Müntzmeister verlehnt.

1545 wird Andreas Alnpecke, Münzmeister in Freiberg, als Besitzer der 2 Altenberge verzeichnet.

1685 verkaufen die Mierschen Erben den Weinberg “die Tasche” an Dr. Heinrich Emdel. Vermerkt ist, dass die Tasche “an der Hausgasse” (d.h. an der heutigen Winzerstraße) gelegen sei. Die Tochter Emdel´s, eine verehelichte Kober, erbt den Besitz von ihrem Vater. Diesen ererbt später ihr Sohn, Christian Kober.

1713 und später lässt Kober das Wohnhaus, den Stall und das untere Lusthaus errichten, 1724 das obere Winzerhaus (Finstere Gasse), 1727 das Seitengebäude, 1729 das Lusthaus mit dem Kober´schen Wappen. Das untere Lusthaus diente später als Weinwärterhaus. Das Haus sollte groß genug sein, um darin zu stehen und zu sitzen, aber nicht liegen und schlafen zu können. In den Folgejahren kauft und verkauft Kober verschiedene Teile der Weinberge. 1738 verstirbt Christian Kober. Die Weinberge verbleiben im Besitz der Nacherben, bis 1810 der Baron von Müller den Besitz erwirbt.

Bereits 1821 verkaufen Müllers Erben an Friedrich August Schöne. In den nächsten Jahren wechseln die Besitzer häufig, bis:

1853 Frau Henriette von Minckwitz, verehelicht mit dem Kammerherrn August von Minckwitz, das Besitztum von der Witwe des Forstmeisters von Bredow erwirbt.

1924 war das obere Winzerhaus, Finstere Gasse 5, vom Hauptgrundstück abgetrennt und an den Winzer Erdmann verkauft worden. Das Grundstück blieb bis zum Tode von Elisabeth von Minckwitz 1953 im Besitz derer von Minckwitz. Fortan wird das Grundstück durch die neuen Eigentümer bewirtschaftet und vor dem Verfall bewahrt.

1968 geht das Grundstück gemäß Schenkungs- und Auflassungsvertrag zu gleichen Teilen an Wolfram von Minckwitz und dessen Schwester Ingrid Wagner, geborene von Minckwitz, über.

1973 wurde das Seitengebäude (links) aus wirtschaftlichen Gründen an das Ehepaar Volker und Ulrike Röhricht verkauft.

In den folgenden Jahrzehnten erfolgte etappenweise die Sanierung, sowie Um- und Anbau des Mittelgebäudes, des Hauptgebäudes und des Weinberghauses durch Wolfram von Minckwitz und der Familie Wagner, bzw. die Restaurierung und Sanierung des Seitengebäudes durch Familie Röhricht.

Ab 1987 nahm Herr von Minckwitz sich des Weinberghauses an, welches starke Schäden an Dach und Bausubstanz aufwies. Mit Fördermitteln und eigenen Mitteln gelang es, dem barocken Bauwerk – nach fast 10 jährigen Mühen – den alten Glanz wieder zu geben. Für die Sanierung des Weinberghauses erhielt Herr von Minckwitz 1997 den Bauherrenpreis.

1987 wurde der ehemalige Weinberg (Südhang) an die Sächsische Winzergenossenschaft Meissen verkauft. Ausgenommen waren die beiden Weinberghäuser (unteres Lusthaus, oberes Winzerhaus), die mit Umland im Besitz der Eigentümer verblieben.

2004 wurde ein Teil des Umlandes direkt unterhalb des Minckwitz´schen Turmhauses durch die Winzerfamilien Hendrich und Klitzsch wieder als Weinberg zum Leben erweckt.

Ab 2005 werden die über 100jährigen zum größten Teil eingestürzten Terrassenmauern wieder instandgesetzt.

Der Minckwitz´sche Weinberg galt und gilt als eine der besten Radebeuler Weinlagen.